Grundwissen über Haare, Haarausfall, Haare färben, Haarschneiden, die Haut, Hormongaben und Hornhaut

 

Grundwissen über Haare, Haarausfall, Haare färben, Haarschneiden, die Haut, Hormongaben und Hornhaut

Haare

Landesweit leben immer wieder Rezepturen auf, die von Großmüttern an ihre Enkelinnen weitergegeben wurden. Einige sind sinnvoll, andere sogar eher schädlich.

  • Angeblich sollen 100 Bürstenstriche das Haar zum Glänzen bringen. Minderwertige Bürsten können das Haar beschädigen, etwa Spliss verursachen.
  • Bürstenstiche auf die Kopfhaut regen deren Durchblutung und damit eine erhöhte Talgproduktion an, welche dem Haar Glanz verleiht. Eigentlich stammt dieses Pflegerezept aus einer Zeit, in der Frauen ihre Haare nicht wuschen, sondern Veilchenpulver als Trockenhaarshampoo benutzten. Nachträgliches Striegeln war dann sehr sinnvoll.
  • Quark soll die Haare stärken. Das ist reiner Unsinn! Da Haare totes Gewebe darstellen, können sie keine sie verschönenden Stoffe aufnehmen. Zusätzlich sorgt der Quark für die Austrocknung der Haare, die erfolgt, wenn sein in ihm enthaltenes Wasser langsam verdunstet.

Haarausfall

Gerade im mittleren Alter leiden viele Menschen an Haarausfall. Besonders Frauen hören vom ihrem Gynäkologen, das seien die Hormone. Die Argumente reichen von: zu viel an männlichen Hormon Testosteron, bis zu wenig an weiblichen Hormon Östrogen. Eine Behandlung mit östrogenhaltigen Wässerchen ist zweifelhaft, und eine Wirkung nicht nachweisbar.

Haarausfall ist genetisch bedingt. An den Haarwurzeln der Bereiche Hinterkopf und Geheimratsecken, sind besonders viele Testosteronrezeptoren vorhanden. Auch bei einem ganz normalen Testosteronspiegel kann es zu einem erhöhten Haarverlust kommen. Die einzige Möglichkeit bieten Hormonblocker, welche aber möglicher Weise negative Nebenwirkungen verursachen.

Wann sprechen wir von einem Haarausfall?

Mit nichts Vergleichbarem kann man so viel Geld verdienen, wie mit der Eitelkeit der Menschen. Und ein Haarausfall berührt die Eitelkeit! Das hat sich eine ganze Industrie zu Herzen genommen, hat sich förmlich darauf gestürzt, den mit Haarausfall betroffenen Menschen ”zu helfen”. So kommt es, dass Apotheken teure sinnlose Haaranalysen anbieten und danach ein sinnloses Haarwässerchen verkaufen.

Tipps:

  • Beim Verdacht eines Haarausfalls sollte man direkt zu einem Facharzt gehen und teure Fehlkäufe meiden.
  • Haaranalysen in Speziallaboren bringen nichts.
  • Produkte gegen Haarausfall sollte man nicht kaufen, sie dienen nur der Industrie.
  • Ein Haarausfall ist gegeben beim Verlust von 400 Haaren am Tag des Haare Waschens, 250 am ersten und 125 am zweiten Tag danach.
  • Die Mengen abgestoßener Haare variieren innerhalb der normalen Werte. Weiterhin sind sie abhängig vom Lebenszyklus und der Jahreszeit.
  • Das männliche Behaarungsmuster und der kreisrunde Haarausfall sind vom diffusen Haarausfall abzugrenzen, werden aber beide gerne damit in einem Topf geworfen. Beide Formen lassen sich behandeln.

Haare färben

Seit es Menschen gibt, versuchten diese ihre Attraktivität zu erhöhen, indem sie ihre Haare schmückten oder färbten. Zum Haare färben benutzten die Ägypter Henna. Aufgrund der wundheilenden Eigenschaften wurde und wird Henna zum einen zur Pflege, zum anderen als Mittel zum Färben von Haaren, Nägeln und Haut eingesetzt. Das Farbpulver wird aus den getrockneten und gemahlenen Blättern des Hennastrauches gewonnen.

Die heutigen modernen permanenten und semipermanenten Haarfärbemittel enthalten eine Vielzahl krebserregender Inhaltsstoffen. Bei Krebserkrankungen von Blut, Brust, Eierstöcken und Harnblase wurde ein Zusammenhang bewiesen. Von den Interessensverbänden wurde eine Studie ins Leben gerufen, die das Gegenteil nachweisen sollte. Allein schon die Durchführung ließ sehr schwere Mängel erkennen, denn wer lässt sich schon gern vergiften!

In einer groß angelegten Studie entdeckten schwedische Wissenschaftler die Ursache für Gelenkrheuma, die durch Jahre langes Haare färben ausgelöst sein könnte. Der verantwortliche Stoff ist noch strittig. Das Paraphenylendiamin steht unter starkem Verdacht der Auslöser zu sein, es ist einer der häufigsten Allergieverursacher Deutschlands.

Haarschneiden

Pro Monat wächst unser Haar um etwa einen Zentimeter. Das Wachstum kann von außerhalb unseres Körpers nicht beeinflusst werden. Es spiel keine Rolle, ob eine Person einmal im Monat zum Friseur geht, oder jede Woche. Die Haare wachsen immer gleich schnell. Dafür sind die Haarwurzeln zuständig, und die bekommen vom Kappen der Haare nichts mit. Ebenso verhält es sich mit dem Rasieren. Der Bartwuchs wird nicht kräftiger, wenn männliche Jugendliche sich oft rasieren, um schnell männlicher auszusehen.

Die Haut

Entgegen der allgemeinen Meinung, dass sich unsere Haut alle sieben Jahre erneuert, ist hier die Richtigstellung. In Wirklichkeit dauert die komplette Erneuerung aller Zellen unserer Haut nur etwa ein Jahr.

Hormongaben

Auch wenn kein echter Mangel an Hormonen vorliegt, nehmen viele Menschen Hormone zu sich, so zum Beispiel auch als Herzstück eines Anti-Aging- Programms. Dem DHEAS (Dihydroepiandrosteron), einem männlichen Hormon, werden Eigenschaften wie: Jungerhaltung, gesteigerte Abwehrkraft, Energie und Wohlbefinden, Zunahme der Muskel- bei Abnahme der Fettmasse, zugeschrieben.

Bei gesunden Menschen wurden all diese Wirkungen noch niemals nachgewiesen, darum kann eine Hormongabe auch nicht generell empfohlen werden! Bei einer Langzeitzugabe bereitet ein möglicherweise erhöhtes Brustkrebsrisiko Sorge.

Melatonin wurde als regelrechte Wunderwaffe gegen das Altern eingesetzt. Das Absetzen oder eine Minderung einer Melatonin-Sekretion im Alter wurde mit Schlafstörungen in Verbindung gebracht. Diese Schlafstörungen sollen durch die Zufuhr künstlicher Hormone auf Werte wie in der Kindheit angehoben werden. Die Forschung ist noch nicht so weit, um diese Behauptung zu unterstützen, ebenso wenig, wie sie die Behauptung stützen würde, Melatonin könne nach interkontinentalen Flügen den Jetlag (auftretende Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen) beheben.

Bewiesen ist dagegen, dass ohne einen echten Testosteronmangel, die Zugabe von Testosteron (Eigenschaften: Libido = Drang zum Sex, Muskelaufbau, Potenz, männliche Aggressivität), mit großer Wahrscheinlichkeit zu Prostatakrebs führen wird.

Bei einer jahrzehntelang als unbedenklich geltenden Hormonpille gegen Akne, zeigten Langzeit-Tierversuche plötzlich die Entstehung von Lebertumoren.

Eine Verabreichung von Östrogenen nach der Menopause (Zeitpunkt der letzten spontanen Menstruation im Leben einer Frau) gilt inzwischen als bedenklich. Dieses Hormon sollte die leichte Knochenentkalkung verhindern. Da die nun die künstlich gehärteten Knochen nicht mehr mitfederten, war das Folge eine Vermehrung von Gelenkschäden.

Mit Hormonzugaben ist also nicht zu spaßen!

Hornhaut

Unsere Haut besitzt so eine Art Schutzreaktion, die bei mechanischem Verlust oder bei punktuellen Drucküberbelastungen die Hornhaut ausbildet. Viele Menschen leiden förmlich an stark ausgebildeter Hornhaut, den Hornhautschwielen. Eine Abtragung dieser Hornhaut durch abschleifen oder abraspeln hat zur Folge, dass eine Neuproduktion von Hornzellen in der Haut angekurbelt wird. Die Schutzreaktion der Haut greift wunderbar und gleicht mechanische Verluste mehr als aus! Das ist also der falsche Weg. Sinnvoller ist es, der Ursache auf den Grund zu gehen. Etwa 85 Prozent aller Hornhautschwielen entstehen durch Fußfehlstellungen oder durch nicht passgerechtes Schuhwerk. Hier sollte man zuerst einmal ansetzen.

Um sich von der Hornhaut zu befreien gibt es dann mehrere Möglichkeiten;

  • Hochprozentige Harnstoffsalben bewirken das Eindringen von Harnstoff in die Haut. Der Harnstoff selbst zieht Feuchtigkeit an, lässt die Haut dadurch aufquellen und aufweichen.
  • Salicylsäurehaltige Salben lösen die Hornhaut chemisch auf und tragen sie so ab.
  • Hühneraugen werden mit einem Salicylpflaster überdeckt. Nach ein paar Tagen kann die Hornhaut leicht abgezogen werden.